Unsere ITS Reise Japan

Am 12. Mai 2019 starteten wir mit der ersten Gruppe um 12:55 Uhr die Flugreise nach Japan. Vom Flughafen Hamburg flogen wir nach Helsinki, wo es nach ca.
1,5 Stunden Aufenthalt zum Umsteigen weiter nach Tokio ging. Dort wurden wir von der
der deutschsprechenden Japanerin Mariko per Bus abgeholt und zum Hotel Grand Palace
gebracht. Unsere Koffer konnten wir abstellen, aber die Zimmer erst ab 15 Uhr belegen. Also
schlenderten wir ab 11 Uhr durch den hübsch angelegten nahegelegenen kaiserlichen
Garten. Es ist bemerkenswert, wie traditionell Japan auf der einen Seite ist, auf der anderen
Seite aber sehr modern. Dieses spiegelt sich auch wieder in diesen Fotos: hübsche
Gartenanlage umgeben von modernen Hochhäusern.
 

Japan ist ein Inselstaat. Etwa 6 % größer als Deutschland, hat aber mit 126 Mio. über 50 % mehr Einwohner. Die Wälder bedecken etwa 2/3 des Landes. Daher gibt es mehrere Millionenstädte, deren Metropolregionen sehr groß sind. Die Hauptstadt Tokio hat etwa 9 Millionen Einwohner, als Metropolregion über 36 Millionen. Zeitlich gesehen ist Japan 7 Stunden unserer Zeitrechnung voraus. Das hat uns anfangs leichte Schwierigkeiten gebracht. Die Hauptreligionen Shinto und Buddhismus, werden von rund 80% der Bevölkerung praktiziert. Insofern haben wir auch beide Tempel besucht, sowie das Honda-Werk, Einkaufsstraßen, eine Töpferei, zwei Gärten, darunter auch den Hamaikyu Garten, welcher auch ein kaiserlicher Garten ist. Hier konnten wir ein neu errichtetes Teehau mit Reetdach besichtigen

 

Der buddhistische Tempel, bei herrlichem Wetter sehr stark besucht.

An den Straßenrändern gibt es viele kleine Geschäfte unterschiedlichster Art.

Das Essen war vielseitig. Es gab Fisch, Gemüse und Reis, alles getrennt in kleinen Schälchen serviert. Die Geschmacksrichtungen sehr unterschiedlich. Verhungern brauchte aber ganz bestimmt keiner. Es gab eine Suppe und Nachtisch, auch schon zum Frühstück.

Relativ selten sind Eis- und Cafegeschäfte. Dafür gibt es immer mal Automaten mit gekühlten Getränken

Einige Frauen trugen auch traditionelle Kimonos

Die Schüllerinnen und Schüler tragen Einheitskleidung

Einige von uns waren auch auf dem Skytree, mit 637 m das zweithöchste Gebäude der welt

Am 4. Tag besichtigten wir ein Dorf mit mehreren reetgedeckten Gebäuden, die teilweise aber erheblich reparaturbedürftig sind

Leider versteckte sich die Spitze des Berges teilweise in den Wolken

Wir fuhren weiter zu einer Seilbahn-Station und hatten von dort einen wunderschönen Blick auf die Berge und in das Tal.

Auf den 350 m oder 450 m hohen Plattformen hat man einen sehr guten Ausblick auf Tokio

Weiter ging es zum Mt. Fuji, dem Fujiama, mit 3776 m der höchste Berg Japans.

Beim Rückflug konnte ich die Bergspitze besser sehen

Der Besuch einer Kimono Werkstatt mit Museum rundete den Tag ab. Hier werden die Kimonos aufwändig, kunstvoll handgefertigt

Mit dem Schnellzug Japans, einem Shinkansen, fuhren wir am Freitag nach Kanazawa, wo wir nach einigen Stunden wartens, von unseren Nachreisenden per Bus abgeholt wurden. In Shirikawa, dem Hotel Gokasansou sind wir prima untergekommen.

Die Bevölkerung in Japan war uns gegenüber jederzeit höflich, zuvorkommend, hilfsbereit und immer lächelnd. Es war für alle eine durchaus angenehme Zeit in Japan.

Die japanischen Kollegen hatten ein Programm für dieses Meeting vorbereitet, das sehr gut organisiert war. Wir konnten Reetdächer betrachten, Reetdachdecker bei ihren Arbeiten zuschauen oder auch mal mitarbeiten.

Zum großen Meeting waren auch Kinder vom Gymnasium zugegen, die uns mit Gesangsdarbietungen sehr erfreulich zum Beginn, wie auch zwischendurch erheiterten. Ein großes Bufett schloß sich an, inkl. zweier traditioneller Darbietungen

Es wurde auch eine neue Methode der Brandbekämpfung gezeigt durch ein Gel. Hierdurch werden die Flammen erstickt. Später wird das Gel ganz normal vom Regen abgewaschen. Es ist ein Naturprodukt, daher für Mensch und Tier unbedenklich

In einem malerisch gelegenem Tal besuchten wir ein Dorf mit vielen Reetdächern. In Japan wird in einer Stärke von etwa 60 bis 70 cm eingedeckt. Das Material wird fast ausschließlich vor Ort geerntet. Hauptsächlich Miscantus oder auch Pampasgras.

Auch in diesem Dorf gibt es einen Tempel, einen sogenannten Schrein.

Auch wenn es vielleicht wie übergenäht aussieht, es ist alles eine Schicht.

In diesem Dorf konnten wir auch Reetdachdeckern zuschauen oder sogar mithelfen. Die Vielzahl von Reedachdeckern auf einem Dach überraschte uns schon. Bei dem folgendem Dach sind jeweils acht Dachdecker auf einer Seite beschäftigt, hinzu kommen zwei oder drei Gegennäher und einige Helfer, die das Reet hochbringen oder die Baustelle säubern. Der Leiter dieser Truppe sitzt die ganze Zeit auf dem First und gibt Anweisungen.

Das Reetdach wird genäht, also mit Gegennäher, aber nicht um die Bambuslatten herum, sondern um die Sparren, die auch ziemlich dicht zusammen stehen.

Bemooste Dachflächen gibt es in Japan auch. Allerdings sind die Reetdächer meistens nicht ausgebaut. Das Dach kann immer atmen

Das Handwerkzeug der Reetdachdecker in Japan.

Den Abschluß auch diesen schönen Tages bildet ein gemeinsames Miteinander unterm freien Himmel mit Essen und Getränken. Eine sogenannte Naorei Party.

Obwohl Bäume sehr dicht dran wachsen

 

Das Deckungsmaterial ist weitgehend Miscanthus. Aus einem Lager wird es mit eigenen LKW zum Bau transportiert

Am nächsten Tag fuhren wir nach Kyoto, einer größeren Stadt und besichtigten dort eine Tempelanlage mit meist reetgedeckten Gebäuden.

Auch tragen in Japan einige Menschen Staubmasken. Das hat nicht in erster Linie mit Smoog zu tun, sondern mit Allergien. Sie versuchen sich dadurch etwas zu schützen.

Danach gingen wir weiter zu einer weiteren Tempelanlage. Diese ziemlich hoch gelegene Anlage prahlt schon von weitem. Zuerst könnte man meinen, es handelt sich um reetgedeckte Gebäude. Aber erst bei näherem Hinsehen ist zu erkennen, dass es sich um Holz handelt. Genauer gesagt um Zederholzrinde. Diese wird mühsam geborgen. Am Baum wächst diese Rinde komlikationslos nach. Die Rinde wird gesäubert und zugeschnitten.

In sorgfältiger Kleinarbeit werden diese Holzblättchen gewässert, geschichtet und mit kleinen Holzstiften befestigt. Der Verarbeiter sitzt dabei auf kleinen hölzernen Deckerstühlen, wo vier Nägel etwa 2 cm unten raus schauen. Diese Deckerstühle schlägt er dann ins Holz und kann sich so auf dem Dach bewegen. In seinem Mund steckt er eine kleine Handvoll von den Holzstiften, holt sich die einzelnen wieder raus und schlägt sie mit großer Geschwindigkeit in die Holzblättchen. Ein Dach in einer Stärke von etwa 8 cm hält etwa 30 Jahre und kostet etwa 1200,00 € pro qm. Ein Mann schafft etwa 2 qm pro Tag.

So soll das neue Tempeldach später aussehen. Insgesamt 2050 qm Dachfläche.

Abends war ein gemütliches Beisammensein im neuem Hotel in Kyoto. Es gab ein gutes Essen vom Buffet.

Dieses Gebäude ist komplett abgeplant. Somit kann auch bei Regen, Schnee oder anderen Witterungsbedingungen gearbeitet werden.

Am 21.05.2019 begaben wir uns zum "Reet-Olympia-Platz", wo auch ein gutes Buffet aufgebaut war.

Nach dem Zielwerfen durch den Ring folgte der Reet Weitwurf.

Am 22. Mai besichtigten wir nach dem Meeting ein Museum für Tischlerei- und Zimmererarbeiten. Kunstwerke des traditionellen Handwerks, die Werkzeuge waren dort ebenfalls ausgestellt .

Nach dem Mittagessen im "Fish in the Forest" Restaurant wurden wir von einer Klavierdarbietung durch Ikuya Sagara überrascht. Reetdachdecker können auch äußerst musikalisch sein.

Es schloß sich ein Besuch mit dem wohl ältesten reetgedecktem Gebäude Japans an, daß im 15. Jahrhundert erbaut worden sein soll. Zwar wurde das Reetdach schon mal erneuert, aber das Holzgestell soll erhalten worden sein.

Eine Darbietung auf einer Freilandbühne schloss sich an. Zuerst sangen Kinder eines Gymnasiums.

Das war unsere letzte "unterwegs-Veranstaltung". In unserem Hotel angekommen, schloß sich die Abschlußveranstaltung mit einem sehr guten Bufett an. Es gab sogar Kobe-Fleisch, eben aus der Region Kobe. Das ist ein ganz besonderes Rindfleisch, sehr zart und saftig. Es ist weltweit bekannt und wird pro kg mit etwa 300 € bis 500 € gehandelt. Das war ein zusätzliches Highlight.

Es folgten Siegerehrungen:

Den Fotowettbewerb für das Foto mit dem besten Reetdachgewerk errang John aus Südafrika.

Die Reet-Olympiade gewann Holland. Die beste Reetwerferin kommt aus Dänemark.

Gastgeschenke wurden von den teilnehmenden Ländern an die japanischen Organisatoren überreicht. Von allen Seiten wurde den Gastgebern großes Lob zuteil, denn die Tagung selbst und alle anderen Veranstaltungen waren sehr gut organisiert. Sie hatten sich auch wirklich viel Mühe gegeben und alles gut organisiert. Sogar das Wetter war gut, bis auf einen Tag Regen.

Zum Schluß wollte Ikuya Sagara noch einige Worte an alle richten, aber seine Worte gingen in seinen Tränen unter. Ikuya gehörte zu dem Festkommitee.

Am nächsten Morgen hieß es für die ersten: Abreise um 05:30 Uhr. Die Gastgeber waren zum Teil zugegen und verabschiedeten uns.

Es war für alle Teilnehmen ein schönes Event und wird uns sicherlich immer in schöner Erinnerung bleiben.

Vielen Dank!!!